Reuss, Limmat, Aare
In der dritten und vierten Etappe bewegt sich der Aargauer Weg von der Reuss Weg, trifft in Baden und auch später in Turgi kurz auf die Limmat, kommt bei Gebenstorf / Windisch nochmals kurz an die Reuss zurück und führt bei Brugg dann endgültig an die Aare.
5. Oktober 2025: Mellingen - Baden
Die dritte Etappe führt vom Bahnhof Mellingen - Heitersberg nach Fislisbach, geht in den Wald hinein - durch den Teufelskeller - zum Chrüzliberg und steigt am Schluss in die Stadt Baden an der Limmat ab.
Ich wusste es selbst nicht einmal: Soll ich, soll ich nicht? Die Wettervorhersagen für diesen Tag waren nämlich "katastrophal". Bereits am Vortag, am Samstag, fegte ein Sturm über die Nordschweiz hinweg, würde sich das Wetter heute anders verhalten? Ich stand für meine Verhältnisse relativ spät auf (auch mal schön, lange schlafen zu können), beim Frühstück schaute ich nochmals nach, denn draussen schien die Sonne. Mit 100%-iger Wahrscheinlichkeit Regen zwischen 12 und 15 Uhr, aber ich riskierte es.
Kurz nach halb 11 verliess ich in Mellingen - Heitersberg den Zug und überquerte den Buchberg bis ich mich wieder auf Route 42 befand. Der Weg führte an Kohl(Chabis)feldern vorbei bis nach Fislisbach.
Die Route tangierte das Dorf auf der Ostseite am Hiltiberg, ging kurz durch ein Aussenquartier, überquerte die Verbindungsstrasse von Dättwil (AG) nach Niederrohrdorf / Oberrohrdorf, führte nochmals am Waldrand nach Norden bis zu den Fussballfeldern und dann ging es in den Wald hinein. Die erste Aufnahme machte ich über den Dächern von Fislibach hinweg. Ganz links im Hintergrund ist Schloss Brunegg ersichtlich, auf der anderen Seite die Wasserflue-Antenne.
Unterwegs am Waldrand fielen bereits einige Regentröpfe hinunter, dann war es zum Glück wieder trocken. Es würde ein langer Weg durch den Wald werden, denn ich würde ihn erst bei Wettingen wieder verlassen. Der Sturm hatte hier am Vortag seine Spuren hinterlassen, viele Äste lagen auf dem Weg, sogar ein umgestürzter Baum, aber da kam ich einfach herum.
Ein schmaler Pfad zweigte nach links weg, ein Pfad durch den "wilden" Wald, etwa 100 m über dem Bareggtunnel, in einer Region mit dem Namen Tüfels-Chäller (Teufels-Keller). Hier wird 50 Jahre lang kein Holz mehr abtransportiert (seit 1999, also befinden wir uns knapp über die Hälfte).
Als ich dann endlich eine Pause einlegen wollte, da setzte der Regen ein, es war bereits 12.45 Uhr. Mit dem Brot in der Hand, unter dem Regenschirm, lief ich weiter, konnte den Schirm zwischendurch wieder zuklappen. Gerade oberhalb von Wettingen konnte ich noch einige Aufnahmen vom Uetlibergturm machen, da legte der Regen so richtig los und bald war vom Uetlibergturm kaum noch etwas zu sehen. Kurz darauf betrat ich Baden im Regen (ich badete auch im Regen). Der Weg zum Bahnhof war zum Glück nicht wirklich weit, kurz konnte ich noch auf die Terasse oben am Limmat gehen, kehrte dann um und erwischte um 14.47 Uhr den Zug nach Aarau.
7. Oktober 2025: Baden - Brugg
Die vierte Etappe führt am Baldegger Wasserturm vorbei aufs Gebenstorfer Horn, von wo aus sich das Wasserschloss der Schweiz - hier fliessen Reuss, Limmat und Aare zusammen - wunderbar beobachten lässt. Über Turgi geht die Route zurück zur Limmat und Reuss und führt dann endgültig an die Aare.
Am 5. Oktober bei Regen in Baden angekommen, heute bei schönstem Wetter kurz nach 9 Uhr morgens am gleichen Ort gestartet. Zuerst musste ich auf Wanderweg 42 zurückkehren, denn dieser führt nicht direkt am Bahnhof vorbei, und bald ging es über viele, viele Treppen hinauf zur Ruine Stein oberhalb der Stadt. Natürlich musste hier fotografiert werden, mein Weitwinkelobjektiv machte sich nützlich, denn viel Platz gibt es hier nicht.
Auf der anderen Seite der Ruine führt die Route durch ein Nobelquartier (?) und zweigt dann rasch nach links in den Wald ab.
Ein langer, breiter Weg brachte mich zum Baldegger Wasserturm, fast 40 m hoch. Der Turm kann über eine sehr lange Wendeltreppe bestiegen werden. Der obere Teil dieser Treppe liegt im Dunkeln, aber zum Glück hat man hier Beleuchtung angebracht. Oben angekommen wurde ausgiebig fotografiert und ich war sogar ganz allein. Beim Abstieg muss ich den Lichtschalter verpasst haben, aber vorsichtig, Schritt für Schritt und mich am beidseitigen Treppengeländer festhaltend kam ich wieder lebend unten an.
Es ist relativ schwierig zu wissen in welche Richtung man schaut, aber ich konnte einige Bilder "orten". Das dritte Bild in der oberen Reihe zeigt in weiter Ferne die Wasserflue, erkennbar an der grossen Antenne. Das vierte Bild zeigt die A1 kurz vor dem Bareggtunnel. Das erste Bild in der unteren Reihe ist eine Frontal-Ansicht der Lägern, das zweite Bild zeigt der Geissberg im Norden.
Wenige Meter weiter legte ich eine kurze Pause ein, bevor ich in den Wald zum Gebenstorfer Horn abtauchte. Dort fand ich die diversen, abgebildeten Pilze.
Ca. 2.5 km weiter - um die Mittagszeit - traf ich aufs Gebenstorfer Horn ein und fotografierte zuerst mal ausgiebig das Wasserschloss (die Reuss war aber von hier aus nicht sichtbar). Die Ortschaft Turgi lag mir zu Füssen, in der Entfernung sah ich die schöne Kirche von Rein (Vorderrein / Hinterrein).
Nach einer längeren Pause folgte der doch noch heftige Abstieg nach Turgi, ich unterquerte die gut befahrene Bahnlinie am Bahnhof und lief zur Limmat. Dieser Fluss vereint sich kurz darauf mit der Aare im Wasserschloss.
Bald traf ich auch bei der Bahnbrücke über die Reuss ein und fotografierte von dort aus den Zusammenfluss der Reuss mit der Aare.
Nach der Überquerung der Bahnbrücke ging es am linken Ufer (Flussabwärts betrachtet) wieder nach Süden. Im Vorort von Windisch muss ich einen Wegweiser verpasst haben, ich bemerkte dies nach ca. 300 m, nahm daraufhin einen anderen Weg zurück zur eigentlichen Route, denn ich musste die Bahnlinie unterqueren. Jetzt ging es an die Aare, die Beine mittlerweile ziemlich müde, wie sich der Weg doch in die Länge zog. Endlich: Brugg, aber von der Aare bis zum Bahnhof ist es noch eine rechte Strecke. Kurz vor 3 Uhr traf ich am Bahnhof ein, Punkt 3 fuhr mein Zug nach Aarau.
10. Oktober 2025: Von Brugg aus durchs Aargauer Wasserschloss bis nach Turgi
Ein wunderprächtiger Ausflug über acht Brücken durchs schöne Aargauer Wasserschloss, viele Herbstfarben, stolze Hochlandrinder und eine schöne Begegnung.
Bei der Vorbereitung zum Aargauer Weg fiel mir das Wasserschloss und die Wanderwege rund herum ins Auge. Jetzt wollte ich diese Wege mal begehen und musste mir überlegen wie ich das angehen würde, damit ich nicht all zu viel Kilometer zurücklegen müsste und doch so viel wie möglich sehen könnte.
Gerne würde ich auch noch die Stroppelinsel etwas weiter oben besuchen, aber diese Insel ist nicht frei zugänglich, sei es an Sonntagen (?) unter Begleitung, da ein wichtiges Naturschutzgebiet.
Der Startpunkt war Bahnhof Brugg (Startzeit ca. 9.30 Uhr), denn es war möglich der Bahnlinie entlang relativ rasch zur Aare, zur Hängebrücke (auf der Karte die Nr. 1), zu gelangen. Das Wetter war noch leicht verhangen, aber es wurde immer besser. Auf der anderen Seite dieser Brücke befindet sich der Brugger Geissenschachen, eine kleine Insel auf dessen Ostseite sich ein "Militärdepot" befindet.
Eine breite Holzbrücke (Nr. 2) führt wieder zum "Festland", auf der Brücke selbst machte ich diverse Aufnahmen vom "Kanal" auf beiden Seiten.
Auf der Aare-Nordseite, in der Auschache. Ein schöner Wanderweg von wo aus man bald die Aare über eine lange Brücke überqueren kann und in die Aareschache kommt.
Nach 700 - 800 m auf einem schmalen Pfad in der Auschache traf ich auf eine kleine Holzbrücke (Nr. 3 auf der Karte), welche mich auf eine erste kleine und stark bewaldete Insel brachte.
Kurz darauf eine zweite Holzbrücke (Nr. 4) auf eine grössere Waldinsel. Der kleine Kanal war auf der Aareseite trocken, dort legte ich auf einem umgestürzten Baumstamm im Bachbett meine Mittagspause ein, es war schliesslich schon fast 12 Uhr.
Auf der Nordseite dieser Insel befindet sich die Verbindungsbrücke (Nr. 6) für den Verkehr zwischen Lauffohr und Vogelsang. Ich lief bis unterhalb der Brücke und kehrte nach links, musste aber feststellen, dass ich nochmals über den Bach gehen musste. An dieser Stelle war dieser nicht trocken, also überquerte ich eine kleine Brücke (Nr. 5) etwas südlich der Strasse. Dort traf ich auf eine nette Dame mit 2 wuscheligen Hunden. Beim Gespräch stellte ich sofort fest, dass sie eine Niederländerin war (wie sie sagte aus "Goes", een zeeuws meisje), also ging das Gespräch sofort auf Holländisch weiter, ist auch wieder mal schön meine Muttersprache sprechen zu können.
Wir verabschiedeten uns nach einer Weile und ich überquerte die Verkehrsbrücke nach Vogelsang. Ich war erstaunt, dass Vogelsang zur Gemeinde Gebenstorf gehört und Turgi, das direkt daran grenzt zur Gemeinde Baden.
Ich kehrte nach links zum Limmetspitz (Limmatspitz) und stand bald auf einer Wiese Auge in Auge mit schottischen Hochlandrindern (irgendwo im Internet hatte ich "Wasserbüffel" gelesen, wurde aber - mit Dank - des Besseren belehrt). Ein junges Hochlandrindmädel bekam bald Interesse an meine Tätigkeit und kam neugierig auf mich zu. Da dieses Mädel bereits ausgeprägte Hörner besass blieb ich auf Abstand, denn ich möchte ungerne aufgespiesst werden. Ein junges und ein älteres Tier nahmen gerade ein Bad in der Aare (der Teil "Wasser" von "Wasserbüffel" stimmt also doch noch).
Eine Weile verweilte ich beim Zusammenfluss von Limmat und Aare und - über eine kleine Brücke (die Schwanenfederbrücke, Nr. 7) - ging es auf die nächste Insel.
Hier machte ich eine kleine Rundtour und dann - über die letzte Brücke (Nr. 8) - ging es schnurstracks nach Turgi und erwischte hier den Zug um 14.02 Uhr nach Aarau. Eine schöne Tour mit wunderprächtigen Herbstfarben, viel Fotos und insgesamt 8 Brücken. War da nicht mal ein Lied mit 7 Brücken? Ich bin über 8 gegangen. Ein Gruss an Peter Maffay.